Homophobie

Von „Homophobie“ spricht man, wenn Menschen Angst vor Homosexualität haben. Sie fürchten sich vor Menschen, die Menschen mit dem gleichen Geschlecht lieben: vor Lesben und Schwulen. Als „Phobie“ wird in der Psychiatrie eine Angststörung bezeichnet, also eine Angst, die irrational und unangemessen ist, die keine echte Ursache hat. Homophobie bringt Vorurteile gegen homosexuelle Menschen hervor und reicht bis zu Hass, Aggression und Gewalt.

Homophobie ist in unserer Gesellschaft sehr verbreitet. Es gibt massenhaft Homo-Witze, also Witze über Lesben und Schwule. Aber es gibt so gut wie keine Witze über Heterosexualität. Die Homo-Witze sind oft voller Klischees und Stereotype, das heißt, sie legen Lesben oder Schwule auf bestimmte Merkmale fest, die lächerlich gemacht werden. Dagegen sehen sich viele heterosexuelle Menschen selbst gar nicht als heterosexuell. Heterosexuell zu sein, ist für sie keine Eigenschaft, die sie haben und die sie zu einer bestimmten Art von Menschen macht. Heterosexuell zu sein gilt in unserer Gesellschaft einfach als selbstverständlich. Dabei ist Heterosexualität genauso eine sexuelle Orientierung, also eine Eigenschaft, ein Merkmal, wie Lesbisch- oder Schwulsein.

Worte wie „queer“ (mehr dazu findest du unter dem Stichwort „hetero“) oder „schwul“ wurden früher als Schimpfworte benutzt. Aber die Betroffenen haben sie sich angeeignet und umgedeutet, sodass sie ihre negative Bedeutung verloren haben und heute ganz normal benutzt werden. Doch obwohl Menschen, die nicht heterosexuell sind, heute selbstbewusst mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen, bestehen die alten Vorurteile bei vielen Menschen weiter. „Schwul“ wird immer noch als Schimpfwort verwendet, oft schon im Kindergarten. Dagegen würde kein Kind einem anderen „du Hetero!“ hinterherrufen.

Weil Heterosexualität in unserer Gesellschaft scheinbar so selbstverständlich, so „natürlich“ ist und weil sie so sehr der gesellschaftlichen Erwartung entspricht, spricht man auch von „Zwangsheterosexualität“ oder „Heterosexismus“. Heterosexismus wertet alle Menschen, die nicht heterosexuell sind, als „unnormal“ ab.

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