Ich bin fertig.

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Schreibereule
Thema: 
Familienprobleme
Beziehung
Einsamkeit
Ich bin fertig.

Hallo an alle. Ich bin gerade am Ende meiner Kräfte. Ich weiß nicht was ich tun soll. In den letzten Tagen strömen wieder nur negative Gefühle auf mich ein und ich habe das Gefühl zu ersticken. Kurz zu meiner Wenigkeit und was der Grund für das Gefühlschaos ist. Ich bin 18 Jahre alt und habe seit etwas mehr als einem Jahr ständig Probleme. Früher war es nicht besser. Meine Mutter bekam vir 10 Jahren die Diagnose Krebs, Gehirn Tumor, aber glücklicherweise ein Gutartiger. Als ich in die fünfte Klasse kam ging Schulmobbing los, bin deswegen auf eine andere Schule in der sechsten gewechselt, wo das Mobbing aber auch weiter ging, nur in ganz anderen Dimensionen als vorher. Und das hielt an bis zur 10 Klasse, ganze fünf Jahre. In der Zwischenzeit war der Tumor meiner Mutter soweit geschrumpft, dass er ungefährlich wurde, aber in der 10 Klasse kam er wieder. Zudem lastet seit der Grundschule ein riesiger Leistungsdruck auf mir was meine schulischen Erfolge angeht, vor allem von meinem Vater aus. In der Oberstufe ging das erste Jahr Problemlos vorrüber, doch in der 12 lernte ich einen Jungen kennen. Problem, ich bin Kroatin und er ist Serbe, keine gute Kombination (für die, die es nicht verstehen, Krieg im damaligen Jugoslawien). Jedenfalls kamen millionen Probleme dazu, familiär, meine Eltern waren dagegen und haben mich das Tag für Tag spüren lassen. Mein Vater hat mich anfangs versucht mit Dokus aus der Kriegszeit zu drillen, nur als kleines Beispiel. Hinzu kamen Probleme im Freundeskreis. Ich habe innerhalb von eenigen Monaten eine mir sehr wichtige Freundin aufgrund von idiotischen Dingen verloren und ein Freundeskreis hat sich aufgrund von einem hinterhältigem Mädchen aufgelöst; beide haben mir auch stark Probleme bereitet. Der Zustand meiner Mutter wurde schlechter. Nach acht Monaten habe ich den Druck von allen Seiten nicht mehr ausgehalten und mit meinem Freund Schluss gemacht (nach mehreren Versuchen bereits vorher, doch ich liebte ihn zu sehr, tue es immernoch). So, kurz vor den Sommerferien hat meine Mutter mit ihrer Chemo angefangen, es ging den Umständen entsprechend soweit gut, wir sind in die Heimat gefahren, doch da wurde es so schlecht, dass wir nach 10 Tagen wieder zurück gefahren sind (geplant waren 3 Wochen). Und emotional geht es mir schon seit Ewigkeiten dreckig, ich bin die Art Mensch die alles überdenkt, vor allem aber die letzten Tage. Alle Erinnerungen strömen nur pber mich ein und ich könnte stetig kotzen. Nicht, dass es mir vorher gut ging, aber so schlecht dass ich gefühlt alle fünf Minuten vor einem Heulkrampf stehe eben auch nicht. Ich wollte das nur mit euch teilen und eventuell hat jemand Tipps, wie ich damit umgehen könnte. Und danke für diejenigen, die das bis hierhin gelesen haben. Ich wäre wirklich für jeden Rat dankbar. Liebe Grüße PS: Ich bin auch schon länger am überlegen mir wirklich professionelle Hilfe zu holen, will aber nicht, dass meine Eltern das mitbekommen, die haben schon genug Probleme und sollen sich nicht auch noch um meine kümmern (und ja ich weiß sie sind meine Eltern, aber ich rede sowieso kaum mit ihnen über solche Sachen, der Grund dafür ist vor allem die Sache mit meinem Ex; ich konnte einfach nicht mit ihnen auf normaler Basis reden ohne dass wir uns wieder im Kreis drehen und nichts dabei raus kommt).

FeM Mädchenhaus6

Liebe Schreibereule,

schön, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an unser Forum gewendet haben! Es kann manchmal etwas länger dauern, bis die Forumsberiträge hier von anderen Nutzerinnen beantwortet werden.

Auch ich habe Ihren Beitrag nun gelesen und dabei sehr viel Mitgefühl für Sie entwickelt. Was Sie über Ihr Leben schreiben hört sich danach an, als hätten Sie schon unheimliche viele Krisen meistern müssen, sicher mehr als viele andere in ihrem Alter. Und es klingt so, als hätten Sie dabei relativ wenig Unterstützung von Außen gehabt und vieles alleine schaffen müssen. Habe ich das richtig verstanden? Nachdem was Sie schreiben finde ich es sehr verständlich, dass es Ihnen momentan so schlecht geht und freue mich, dass Sie sich Unterstützung suchen -  die steht Ihnen jetzt auch zu!

Wenn Sie möchten, können Sie zusätzlich zum Forum auch unsere Online-Beratung in der Safe-Area nutzen. Dort könnte ich Sie dann ausführlich weiter beraten und wir könnten evtl. zusammen überlegen, was Ihnen momentan helfen könnte. Ich könnte Ihnen auch Informationen darüber geben, welche Formen der professionellen Hilfe es gibt und wie sie diese bekommen könnten. Dafür können Sie einfach nochmal kurz in der Safe-Area schreiben, ich werde Ihnen dann innerhalb weniger Tage antworten.

Außerdem sind Sie auch herzlich dazu eingeladen, direkt zu einem Beratungsgespräch zu uns zu kommen. Die Beratungsstelle ist in Frankfurt in der Eschersheimer Landstraße 534, die Gespräche sind immer kostenlos und auf Wunsch auch anonym. Wenn Sie das möchten, können Sie gerne einen Termin bei uns ausmachen, entweder per E-Mail an maedchenberatung [at] fem-ffm.de oder telefonisch unter der Nummer 069 / 53 10 79. 

Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Herzliche Grüße aus dem Mädchenhaus!
 

Schreibereule

Hallo FeM Mädchenhaus6,

Erst einmal vielen Dank, dass Sie sich das alles durch gelesen haben. Und ich bin dankbar für Ihr Verständnis.

Ja, Sie haben schon richtig verstanden, ich habe kaum wirkliche Hilfe bekommen. Wie ich bereits sagte bin ich eine Art Mensch, die vieles sehr oft und intensiv überdenkt, daraus resultiert bei mir auch dass ich nicht wirklich offen war mit den Problemen und Gefühlen die ich mit mir rum geschleppt habe, vor allem da ich kaum jemanden hatte dem ich mich anvertrauen konnte und vor allem wollte.

Was das Mobbing in der Schule anging, so habe ich in der fünften Klasse versucht alleine damit zurecht zu kommen bis ich geplatzt bin und meinen Eltern alles erzählt habe. Diese haben sich dann auch sofort darum gekümmert und sind in die Schule, haben dem Lehree auf gut Deutsch gesagt Feuer unterm Arsch gemacht, eigentlich meine Mutter, mein Vater hat eine kleine Sprachbarriere. Als es dann auf der nächsten Schule genauso los ging habe ich mich direkt bei schwerwiegenden Dingen an meine Eltern gewandt, die auch gehandelt haben.

Jedenfalls habe ich mich nach einiger Zeit in mich gekehrt was solche Dinge angeht, da meine Eltern auch sehr neugierig sind und mir hin und wieder zu wenig Privatssphäre eingeräumt haben. Ich vermute es hat wirklich mit dem verschweigen des Mobbings in der fünften Klasse zu tun. Zudem hatte ich das Gefühl, ich würde wegen jeder Kleinigkeit zu ihnen rennen und ihnen auch die Ohren voll heulen, deshalb habe ich es nach einuger Zeit gelassen. Ich habe nich alt genug gefühlt mit den Dingen alleine umzugehen. Und dann kam die Sache mit meinem Freund und ich sprach kaum noch über Privates mit Ihnen, da ich jedes Mal Angst hatte, es würde wieder auf meine Beziehung zurück kommen.

Von meinen Freunden und auch Lehrkräften kam eher Trost als Hilfe und Beistand, da sie überfordert waren und selber nicht so recht wussten, was zu tun ist, bzw. das vollkommene Dilemma nicht wirklich verstehen können. Meine Familie muss man erlebt haben, um alles zu verstehen.

Jedenfalls würde ich gerne im dem Safe Bereich mit Ihnen sprechen und dann dort eventuell sehen, ob und wann ich persönlich zu Ihnen komme. Ich danke Ihnen nochmals.

Liebe Grüße,

Schreibereule

Lilly15

Hallo Schreibereule

ich wollte nur schreiben dass ich es wirklich schlimm finde was du erlebt hast und naja, du hast echt mein Mitgefühl!

Ich muss sagen dass das, was du so geschrieben hast mich sehr an mich selbst erinnert hat. Vor so 1-2 Jahren ging es mir auch richtig schlecht. Eigentlich so ähnlich wie du es beschreibst, ich habe damals ständig das Gefühl gehabt ich muss gleich losheulen und konnte mich auch kaum noch auf irgendwas konzentrieren, mir wurde alles zu viel und irgendwie hatte ich damals das Gefühl dass jetzt alles zusammenbricht, ich konnte mir einfach überhaupt nicht mehr vorstellen dass ich da wieder raus kommen würde. Manchmal hatte ich auch das Gefühl ich bin gar nicht mehr ich selbst, irgendwie so völlig vereinnahmt von diesen schrecklichen Gefühlen und Gedanken. Bei mir sind zwar ganz andere Sachen passiert als bei dir, aber irgendwie ist es auch ähnlich, weil es einfach so viele Sachen waren mit denen ich irgendwie klar kommen musste, also z.B. bei mir in der Familie war es auch ziemlich krass und damals hatte ich auch einfach niemanden zum reden. Es gab zwar "Freunde" in der Schule aber mit denen war es immer so oberflächlich und ich hatte das Gefühl die haben überhaupt keine Ahnung davon was richtige Probleme sind. Und ich habe mich einfach so extrem alleine mit allem gefühlt, aber gleichzeitig hatte ich das Gefühl dass es eh nichts bringt mit irgendjemandem zu reden und ehrlich gesagt hatte ich auch echt Angst davor. Ich hatte damals echt Glück, meine Lehrerin hatte gemerkt wie es mir geht und für mich einen Termin bei einer Beratungsstelle ausgemacht, sie ist sogar das erste Mal mit mir hingegangen weil ich mich nicht getraut habe. Und das war echt die Rettung, es war zwar weiterhin erstmal alles scheiße aber ich war nicht mehr alleine damit und das war echt unglaublich hilfreich! Und dann ist es mit der Zeit auch besser geworden, also ich habe z.B. auch Tipps bekommen was ich machen kann und so weiter. Das kann ich dir echt empfehlen! Also zumindest irgendeine Art von professioneller  Hilfe zu versuchen.

Naja, ich hoffe dass dir meine Nachricht ein bisschen hilft?

Liebe Grüße, Lilly
 

FeM Mädchenhaus6

Liebe Schreibereule,

ich freue mich, dass sie sich gerne in der Safe Area beraten lassen möchten. Damit die Beratung dort losgehen kann bitte ich Sie, kurz eine Nachricht in der Safe Area zu schreiben. Auf diese antworte ich dann und die Beratung kann losgehen - anders ist es technisch leider nicht möglich. Es reicht auch einfach wenn Sie einen Satz schreiben, ich weiß ja wer Sie sind und um was es geht. Ich kann Ihnen dann am Dienstag wieder antworten.

Herzliche Grüße aus dem Mädchenhaus!

Schreibereule

Hey Lilly15,

So doof es klingt aber es beruhigt mich auch von jemand anderem zu hören, der scheinbar dasselbe oder ähnliches durchmachen musste wie ich, es aber dennoch raus geschafft hat aus dem Teufelskreis. Allein das gibt mir schon Hoffnung und stärkt mir etwas den Rücken, vielen lieben Dank ❤

Deine Schreibereule

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